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Mobile Web Trends 2014

Netbiscuits giesst seine „Trendvorhersagen für das Mobile Web 2014“ in eine Infographik:

1) Customized Experiences zur Kundengewinnung
2) Kunden strafen schlechte Erfahrungen ab
3) Kunden werden mobil leben
4) Vitale „Contextual Awareness“
5) Veränderte Erwartungen …

Netbiscuits-2014-Web-Predictions-for-the-Mobile-Web-Infographic

Quelle/n:
http://www.netbiscuits.com/resources/netbiscuits-reports/2014-trend-predictions-for-the-mobile-web/

Die Zukunft ist nicht „mobil“, sondern „Mobilität“

„The future isn’t about mobile, it’s about mobility“
titelt vielsagend Harvard Business Review (HBR Blog) den Artikel vom 18.07.,
den der Autor David Armano (Executive Vice President, Global Innovation & Integration bei Edelman Digital) auf seinem eigenen Blog L+E am 20.08. nochmals wiederholt.

Wir nutzen die Gelegenheit für einen hoffentlich lesenswerten und für weitere Gedanken anregenden Kommentar …

Frei, aber dennoch wörtlich übersetzt, bedeutet das im Deutschen:
„Die Zukunft gehört nicht dem Mobiltelefon, sondern der Mobilität“ … aber das träfe die Aussage noch nicht ganz.
Es soll tatsächlich heissen: es geht nicht um mobile Geräte, mobile Lösungen, sondern um die Mobilität generell und an sich.
Das verdeutlicht denn auch das Artikelbild.

Für Enterprise Mobility darf man diese Aussage durchaus übertragen und sie ist ebenso aussagekräftig wie auch sinnhaft.

Sucht man in Google nach „Mobility“, findet man Inhalte zu Verkehr und Fahrzeugen (Auto, Bahn, Flug), aber auch für mobilitätseingeschränkte Personen (beginnend vom Rollstuhl bis zu Demenzkranken) und selbstverständlich auch zur mobilen Kommunikation und mobile Computing.
Soll heissen: „Mobilität ist mehr als nur mobile Kommunikation“.
Das ist sicher nicht neu, aber birgt eine wichtige implizite Aussage, die sicher nicht rein philosophisch ist, sondern einen klaren Praxisbezug hat.

Der Mensch verlangt nach Mobilität, mobile Kommunikation ist nur ein Teil davon.
Wir wollen Sie mit diesem Beitrag nicht mit Fahrzeugen langweilen, sondern bleiben durchaus bei unserem Thema …

Lassen Sie sich nicht blenden von „wir brauchen jetzt endlich auch eine App“ oder „unser Vertrieb braucht eine mobile Lösung, sonst sind wir nicht mehr zeitgemäss“.
Oder wie David Armano es in seinem Artikel formuliert (Zitat):
„Today, companies are scrambling to come up with something „mobile“ whether or not it makes sense for their long-term business goals, and whether or not users will actually want it.“

Vielmehr geht es auch für Unternehmen darum, dass Mobilität ein Grundbedürfnis und eine existentielle Notwendigkeit darstellt.
Nicht nur der Mitarbeiter ist mobil, auch nicht nur seine Sprach- und Datenkommunikation, sondern zusehends mehr Geschäftsprozesse werden mobil und sie passen sich auch entsprechenden Erwartungen auf Kundenseite an.
Die mobile Datenkommunikation ist der entscheidende „Enabler“, das Hilfsmittel, ohne das diese Entwicklung nicht umzusetzen wäre.

Betrachten Sie Enterprise Mobility keinesfalls nur aus der IT-Perspektive.
Auch nicht zuerst aus der IT-Perspektive. Die mobilen IT-Lösungen stehen am Ende der Kette.
(siehe auch unser Artikel vom 11.08.: „… erst zuletzt Adaption durch neue mobile Lösungen …“)

Am Anfang steht die Definition einer Enterprise Mobility Strategie, die nicht von der IT sondern von der Unternehmensleitung auszuarbeiten und zu formulieren ist.
Sie definiert den Umbau des Unternehmens hin zu einem Echtzeit-Unternehmen, das eine starke, schlagkräftige Präsenz beim Kunden abliefern kann, mit schnellen Informationen, schnellen Entscheidungen und schnellem Handeln.

Dabei geht es elementar um die Geschäftsprozesse, die bei einer entsprechenden Neu-Ausrichtung des Unternehmens angepasst werden müssen.
Dieser Punkt verzweigt dann in die Fragen der jeweiligen Strukturen:

  • die personelle bzw. Organisations-Struktur und
  • die technische bzw. IT-Infrastruktur.

Beim organisatorischen Umbau mögen und sollen manche „analogen“ Arbeitsschritte und Tätigkeiten insbesondere bei der Erfassung, Weitergabe und Verarbeitung von Informationen, Prüfung und Beseitigung von Übermittlungs- und Erfassungs-Fehlern aufgrund bisheriger Systembrüche in der Prozesskette und damit an manchen Stellen auch Arbeitsplätze wegfallen. Dennoch ist das Ziel nicht Kostensenkung oder Rationalisierung, sondern Effizienzsteigerung.

(Bild: Infosys „Mobility delivers business value“)

Sie erinnern sich: Effizienzsteigerung ist das Argument, mit dem Enterprise Mobility gerne und erfolgreich „verkauft“ wird.
Man beachte dabei die lange vor Einstein gültige Gleichung: „Zeit ist Geld“.

Auch wenn ein versierter Consultant bei Ihnen und Sie selbst versucht sein sollten, Ihrem Controller jede Innovation mit einem Kostenvorteil zu verkaufen:
Ein schneller ROI, so schön gerechnet er auch immer sein mag, wird bei kurzfristiger Betrachtung der Praxis, zumal retrospektiv, nicht Stand halten.
Zu viele Faktoren spielen eine Rolle, die kaum jemand bereit sein wird, in einer sinnvollen Gesamtbetrachtung kalkulatorisch mit einzubeziehen.
Verabschieden Sie sich lieber von dem Gedanken, den Versuch zu unternehmen, Ihren Controller zu überzeugen, wenn Sie nicht nur eine Stufe in der Karriere-Leiter klettern wollen, sondern selbst der höchste und letzte Entscheider im Unternehmen oder Konzern sind.

Enterprise Mobility ist eine strategische Entscheidung.
Je nach Branche und Wettbewerbssituation wird diese Entscheidung über kurz oder lang kaum vermeidbar sein.
Je früher sie jedoch fällt, desto wahrscheinlicher sind sich abzeichnende und messbare Wettbewerbsvorteile.
Langfristig ist diese Entscheidung womöglich eine existentielle.
In jedem Fall wird sie sich nachhaltig und erheblich auf den Unternehmenserfolg auswirken.

Oder wie es ein kürzlich gefundener Werbeslogan treffend ausdrückt:
„Nicht die Grossen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen fressen die Langsamen!“

Dabei kommt es selbstverständlich nicht allein auf einen frühen oder rechtzeitigen Zeitpunkt an, sondern vor allem auf die Qualität der Umsetzung.
Externe Berater können immer nur bedingt und punktuell den Prozess vorzeichnen und steuern helfen.
Sie sollten Ihr Unternehmen selbst am besten kennen und vor allem selbst eine Vision zeichnen, wie Sie in der Zukunft Ihr Business gestalten.
Befassen Sie sich daher intensiv mit allen Aspekten, nicht nur den technologischen, sondern auch den operativen wie auch den so genannten weichen Faktoren.

Technologie hat schon immer menschliche Gesellschaft beeinflusst, beide stehen in intensiver Wechselwirkung.
Das gilt im Besonderen auch für Unternehmen.
Und ebenso wie das Echtzeit-Web wenigstens den digitalen Teil der menschlichen Gesellschaft prägt und durchdringt, ebenso wie technologische Innovationen immer schneller unseren Alltag verändern, werden sie das auch in den Unternehmen.

Bisherige langfristige Zyklen müssen laufend verkürzt, Life Cycle Management stetig angepasst werden, parallel dazu braucht es umso mehr eine langfristige Vision und Strategie, die ebenfalls laufend angepasst werden muss.
Wenn eines in Zukunft dauerhaft bleibt, dann ist es Veränderung.

Ein Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung und künftigen strategischen Entscheidungen ist Change Management.
Nehmen Sie bei allen Veränderungen Ihre Mitarbeiter mit. Motivation ist keine Bringschuld, sondern eine Holschuld.
Jeder Mitarbeiter will und muss auch dort abgeholt werden, wo er/sie gerade steht.
Die Einführung mobiler Lösungen wird für viele, besonders technik-affinere und männliche Mitarbeiter keine grosse Herausforderung darstellen, sondern hier wird eher dann das Unternehmen gefordert, den diesbezüglichen Ansprüchen und Anforderungen gerecht zu werden.
Andere Mitarbeiter werden auch Angst vor neuer Technik haben, neue Software allein der nötigen Veränderung wegen ablehnen.
Die Einführung von Echtzeit-Prozessen und entsprechenden Technologien will auch mit der Arbeitnehmervertretung vertrauensvoll abgestimmt sein.
Wem das Neue neu ist, der muss hinreichend informiert und geschult werden. Noch wichtiger: das sollte mit der Vermittlung von Begeisterung erfolgen.

Um das Unternehmen in das Zeitalter der Mobilität zu führen braucht es wesentlich mehr als nur neue technische Lösungen, vor allem braucht es ein visionäres und strategisch denkendes und handelndes Management, das die Veränderung mit Begeisterung vorlebt.

Es bricht eine schlechte Zeit für Controller an, deren Aufgabe immer schon rückwärtsgewandt und zur Begrenzung von Kosten und Investitionen tendentiell innovationsfeindlich ausgerichtet war.

Es bricht aber eine Zeit der grossen Chancen für CTOs, CIOs, IT-Verantwortliche an, die sich intensiv mit den neuen, mobilen Technologien, Lösungen, Lösungsansätzen und Potentialen auseinander setzen, selbst strategisch denken und ihre Unternehmensführung pro-aktiv auf den neuen Weg (beg)leiten und nach Kräften unterstützen.

Auch ist es eine gute Zeit für mittelständische Unternehmer mit eigentümergeführten Unternehmen, die gegenüber den börsennotierten multinationalen Konzernen den Vorteil haben, dass sie schnell und eigenständig entscheiden und eine Strategie auch mit der erforderlichen Nachhaltigkeit verfolgen und umsetzen können, ohne laufend mit Quartalszahlen den Kapitalseignern und Analysten Rechenschaft ablegen zu müssen und bei 3 Quartalen in Folge unterhalb der Erwartungen mit ihrer Ablösung rechnen müssen. Sie können ihr Unternehmen betriebswirtschaftlich führen und strategisch aufbauen und sind nicht den kurzsichtigen Mechanismen der spekulativen, volatilen Kapitalmärkte ausgeliefert.

Als Schlusswort unseres Kommentars lassen wir noch einmal David Armano zu Wort kommen:
„Before doubling down on mobile, any business should first ask themselves if they really understand mobility as a behavior and lifestyle, followed by tough questions about the role mobile plays in their business.
From there, a strategy for mobile, built on an understanding of mobility, can take root.“

Quelle/n:
http://blogs.hbr.org/cs/2012/07/the_future_isnt_about_mobile_its.html
http://darmano.typepad.com/logic_emotion/2012/08/mobility.html
https://enterprisemobilitymobi.wordpress.com/2012/08/11/whitepaper-enterprise-mobility-strategy-for-decision-makers/
Graphik: David Armano / Logic + Emotion, Infosys

SAP Press: „Mobilizing Your Enterprise with SAP“

SAP Press bringt ein neues Buch heraus mit dem Titel „Mobilizing Your Enterprise with SAP“
(Hardcover, 409 Seiten, auch online verfügbar).

Autoren: Sanjeet Mall, Tzanko Stefanov, Stanley Stadelman.
Vorwort: Kevin Benedict.
Zielgruppen: IT Management, Administratoren, Entwickler.
Sprache: Englisch.

Inhalt:

  • Mobile Lösungen von SAP
  • SAP Mobile Apps
  • Konzepte zu Mobile Development

Bezugsquelle:
http://www.sap-press.com/products/Mobilizing-Your-Enterprise-with-SAP.html

iOS erobert Unternehmen, grosses künftiges Potential für Microsoft

Der aktuelle Appcelerator/IDC Q2 2012 Mobile Developer Report vermittelt Einblicke in die Trends bei Enterprise Apps.

Im Vergleich zu Q3 2011, als Android und iOS noch gleichauf bei 44% gelegen haben, zieht iOS nun mit 53% (versus 37%) davon, diese Werte im Enterprise-Bereich haben sich fast auf den Punkt den Werten im Consumer-Markt angeglichen.


Als Gründe für diese relativ dramatische Entwicklung innerhalb kürzester Zeit führt der Report an: (Zitat)

  • Increasingly high levels of Android fragmentation and consequent increasing complexity of enterprise device and software management
  • Frequent stories of Android malware, compared to relatively few of iOS malware, which creates concerns among enterprise IT management
  • Anecdotal—but increasingly consistent—reports of IT managers re-evaluating potential enterprise-wide support for Android beyond simpler implementations like email access or M2M
  • The success of the Apple iPad in a number of industry verticals, which creates a halo effect for iOS devices including iPhone in the enterprise

Wenn auch derzeit die nur um 1%-Punkt auf 7% gestiegenen Werte noch immer gering scheinen, traut man Microsoft bereits zu Android von diesem 2. Platz zu verdrängen, wenn Office und Windows für Windows 8 Tablets auf den Markt kommen.
BlackBerry von 4% auf 2% und webOS von 2% auf 1% haben sich jeweils halbiert und spielen praktisch bereits keine nennenswerte Rolle mehr.
Insbesondere für BlackBerry scheint diese Entwicklung besonders bitter, zumal man den Launch der nächsten grossen Betriebssystem-Version BlackBerry 10 auf Anfang nächsten Jahres verschieben musste.

Unter „Microsoft Competitive on Entry into the Enterprise“
steht zu lesen (Zitat):

„Developers are cautiously optimistic about Windows 8 tablets, and find Microsoft’s Metro UI especially compelling.
Therefore a key dynamic to watch going forward will be Microsoft’s opportunity to eclipse Android as the Number Two OS priority for mobile enterprise app developers, especially given Microsoft’s strengths in the enterprise market through Office and Windows.
This Survey Report also shows the path forward for Microsoft and its software partners in terms of engaging developers to port ARM-based apps for smartphones to x86-based PC-like architectures such as Windows 8 tablets.“

Zusammengefasst sind die wichtigsten aktuellen Trends unter Enterprise-Entwicklern

  • Cloud: 83% der Entwickler planen Cloud-Services zu nutzen; Apple (iCloud: 50,4%) und Amazon (49,1%) liegen hier vor Microsoft (Azure: 18,6%); die wichtigsten 3 Cloud-Dienste sind: Push Notifications, Social Integration, Authentifizierung
  • Android’s erwartete Schwäche bei Unternehmen eröffnet Microsoft entscheidende Vorteile
  • Das Interesse von Enterprise Entwicklern an Windows Phone 7 fällt angesichts des bevorstehenden Windows Phone 8 stark ab: von 37% (Q1 2012) auf 25% (Q2 2012)
  • Für Microsoft derzeit Herausforderung und Chance zugleich: alles kommt auf die künftigen Verkaufszahlen und zu erreichenden Marktanteile an

Die Voraussetzungen dafür:
Um Apps für ARM-Geräte auf X86 zu portieren benötigen Entwickler

  • die Möglichkeit zur Unterstützung einer konsistenten User Experience
  • die Wiederverwertung von existierendem Code
  • Tools um Code zwischen den Architekturen zu portieren


Mobile Analyst Kevin Benedict kommentiert den Report auf seinem Blog
(Zitat):

„It will be interesting to now watch how both iOS and Windows 8 will impact Android in the enterprise.
This report seems to suggest that Google’s Android could be in for some stiff competition,
‚Developers are cautiously optimistic about Windows 8 tablets, and find Microsoft’s Metro UI especially compelling. Therefore a key dynamic to watch going forward will be Microsoft’s opportunity to eclipse Android as the number two operating system priority for mobile enterprise app developers, especially given Microsoft’s strengths in the enterprise market through Office and Windows.‘
This is an interesting development since the ruggedized handheld manufacturers are just starting to introduce their Android based rugged devices.“

Diesen letzten Punkt sollte man als Marktteilnehmer nicht unterschätzen, genau beobachten und bezüglich seiner eigenen Strategie evaluieren.
Nachdem Microsoft sein Ökosystem im Industriekundenbereich, das man (mit Windows CE, Windows Mobile, Windows Embedded Handheld) bis dato unangefochten beherrscht hat, mangels überzeugender Perspektiven seit längerem hat im Regen stehen lassen, schicken sich sowohl Hardware- wie auch Software-Anbieter seit kurzem deutlich erkennbar an, industrietaugliche Lösungen auch auf Android-Basis zu entwickeln und anzubieten (siehe auch Artikel: http://mobileenterprisestrategies.blogspot.de/2012/07/finally-tide-of-rugged-android-devices.html).
Diese Entwicklung, die Android einen starken strategischen Vorteil im Bereich industrietauglicher Lösungen gegenüber iOS hätte verschaffen können, könnte mit dem Erscheinen von Windows 8 auf dem Markt tatsächlich abrupt beendet werden.
Sowohl Anbieter als auch Unternehmenskunden werden für sich entscheiden müssen, ob man sich ggf. hier wieder neu ausrichtet.
Gerade weil Apple diesen Markt nicht bedient, gibt der Report jedenfalls Anlaß dazu, Microsoft mit seiner Neupositionierung am Markt für mobile Geräte hier bereits kurzfristig wieder auf die Agenda zu setzen.

Der gesamte Report kann mit kurzer Registrierung kostenfrei heruntergeladen werden von:
http://www.appcelerator.com/form/forms/www/survey-2012-q2-download

Quelle/n:
http://www.appcelerator.com/form/forms/www/survey-2012-q2-download
http://mobileenterprisestrategies.blogspot.de/2012/07/ios-conquers-enterprise.html
http://mobileenterprisestrategies.blogspot.de/2012/07/finally-tide-of-rugged-android-devices.html
Fotos Appcelerator / IDC

Windows Phone Summit 2012: Microsoft Smartphone-OS Windows Phone 8 Ankündigungen

Microsoft’s Zugpferde für dessen Zukunft auf mobilen Geräten heissen ab Ende diesen Jahres Windows 8 für Tablets und Windows Phone 8 für Smartphones, beide mit der bereits unter Windows Phone 7 eingeführten und von Medien wie Wettbewerbern hoch gelobten Metro Systemoberfläche … aber auch mit einer Reihe weiterer Gemeinsamkeiten unterhalb der Oberfläche.

Mit der Ankündigung des kommenden Windows Phone 8 (Codename „Apollo“) verschmilzt die nächste Generation der Microsoft Smartphone-Plattform mit den Desktop- und Tablet-Versionen immer mehr. Nicht nur äusserlich gleichen sich die Betriebssysteme, sondern Windows Phone 8 und Windows 8 haben den selben Kern, die selbe darunterliegende Netzwerk-, Sicherheits-, Media-, Webbrowser- und Dateisystem-Technologie.
Dies bietet insbesondere für Software-Entwickler grosses Potential, da es einfacher werden soll, Treiber und Anwendungen für beide Plattformen zu entwickeln, räumt aber auch eine Reihe bisheriger Hürden oder Hindernisse für den Unternehmenseinsatz aus dem Weg.

Zitate von Joe Belfiore:
„Many of Windows Phone 8’s new capabilities come from a surprising source: Windows, the most successful and powerful operating system on the planet, and one used by more than a billion people. Yes, you read that right: Windows Phone 8 is based on the same core technologies that power Windows 8. As a result, Windows Phone 8 will unleash a new wave of features for consumers, developers, and businesses.“
„Windows Phone 8 is ready for business.“

Zur bereits früher angekündigten neuen Betriebssystem-Version Windows Phone 8 stellte Microsoft nun auf dem Windows Phone Summit 2012 in San Francisco einige Neuigkeiten und Highlights vor, von denen manche auch wichtige Kriterien und Funktionen für den Unternehmenseinsatz bedeuten:

  • Aufpolierter und flexibler Startscreen mit mehr Platz für Live-Tiles (Details s. unten in beiden Videos)
  • Multicore Prozessoren-Unterstützung (Dual-, QuadCore, bis zu 64 Prozessor-Kerne getestet)
  • Integrierter Nokia-Kartendienst (NAVTEQ Kartenmaterial) mit Navigationsfunktion und Karten für zahlreiche Länder sowie Möglichkeit von Offline-Speicherung und -Nutzung
  • Unterstützung auswechselbarer MicroSD Speicherkarten zur (nicht mehr automatisch verschlüsselten) Speicherung von Fotos, Musik, Videos und anderer Dateien und vereinfachten Übertragung auf den PC (nicht jedoch zur Installation von Software) oder von Smartphone zu Smartphone
  • NFC-Unterstützung, z.B. zum Teilen von Fotos, Dokumenten, Kontakten, etc.
  • SecureSIM-Unterstützung, z.B. für sicheres, bargeldloses Bezahlen (m-Payment)
  • Datenverschlüsselung und Secure Boot mit Bitlocker-Technologie
  • Company Hub für die Software-Verteilung in und durch Unternehmen (LOB App Deployment)
  • Remote Device Management
  • Schärfere Bildschirme mit zwei neuen Auflösungen von 1280×768 und 1280×720
  • Internet Explorer 10, u.a. mit HTML5-Unterstützung
  • Native Code Support mit voller C und C++-Unterstützung für mehr Performance
  • Native DirectX-basierte Game-Entwicklung
  • UEFI-Support, d.h. Sicherheit durch United Extensible Firmware Interface Secure Boot Protokoll (wie bei Windows 8)
  • Wallet: Einführung des neuen Dienstes einer digitalen Brieftasche, welche einerseits Kreditkarten, Coupons, Flugtickets (boarding passes) und andere wichtige Informationen stets griffbreit hält und andererseits nach Pairing mit einer Secure SIM des Mobilnetzbetreibers (soweit angeboten) auch mobiles Bezahlen ermöglicht
  • Verfügbarkeit in 180 Ländern weltweit (Vorgänger Windows Phone 7 bedient bisher nur 63 nationale Märkte)
  • Windows Phone 7 Apps laufen auf Windows Phone 8 und benötigen keine Anpassungen an die Bildschirmauflösungen

WMExperts Video „Microsoft’s Windows Phone Summit & Windows Phone 8“ (2 Stunden)
incl. Joe Belfiore’s „Tour of 8 New Platform Announcements“:

  1. Latest and Greatest Hardware
  2. Internet Explorer 10
  3. Native Code: Killer Games
  4. Better Sharing with NFC
  5. The Most Complete Wallet Experience
  6. Nokia Map Technology
  7. Windows Phone 8 for Business
  8. The Start Screen

Speziell zum letzten Punkt noch ein weiteres Video von Microsoft:

Microsoft Video „Introducing the New Windows Phone Start Screen“

Die Kehrseite der glänzenden neuen Medaille ist, dass Windows Phone 8, anders als die >100.000 im Marketplace verfügbaren Apps für Windows Phone 7, nicht von derzeitigen Geräte-Modellen mit Windows Phone 7.x unterstützt wird, es also für keines der aktuellen Geräte ein Betriebssystem-Update bzw. -Upgrade auf WP8 geben wird. Auch Apps für Windows Phone 8 sind nicht abwärtskompatibel, d.h. werden konsequenterweise nicht auf Windows Phone 7 laufen.
Die Kompensation für Nutzer bisheriger Windows Phones wird die ebenfalls angekündigte Betriebssystemversion 7.8 als Update sein, welches allerdings im Wesentlichen lediglich die neue Oberfläche von Windows Phone 8 mitbringt und auch nicht vor Windows Phone 8 selbst verfügbar sein wird.

Ein Video zu Windows Phone 7.8:

playinfinite Video „Windows Phone 7.8 Unveiled & NO WP8 Upgrade Path (Features, Details & Compatibility)“

Quelle/n:
http://windowsteamblog.com/windows_phone/b/windowsphone/archive/2012/06/20/announcing-windows-phone-8.aspx
http://blogs.msdn.com/b/swiss_dpe_team/archive/2012/06/22/windows-phone-8-am-windows-phone-summit-angek-252-ndigt.aspx
http://www.zdnet.de/news/41562953/windows-phone-8-kein-upgrade-fuer-aktuelle-geraete.htm
http://www.youtube.com/watch?v=royJee1SQlY
http://www.youtube.com/watch?v=25DKXGKblOw
http://www.youtube.com/watch?v=7oBtbK-FOPM
Foto Microsoft
Videos WMExperts. Microsoft, playinfinite

Android im Unternehmenseinsatz – Neuigkeiten vom ime mobile forum 2012

In unserem Blog-Beitrag vom 12.06. haben wir auf einen Artikel der CW vom Vortag verwiesen und sind dabei insbesondere auf die neuen Enterprise-Features von Android 4.0 sowie eine kleine Auswahl aktueller robuster Smartphone-Modelle eingegangen:
https://enterprisemobilitymobi.wordpress.com/2012/06/12/android-4-0-im-unternehmenseinsatz/

Klaus Düll (Pretioso GmbH) hat auf seinem Pretioso-Blog am 19.06. ebenfalls das Thema „Android im Unternehmenseinsatz“ aufgegriffen und dabei wichtige ergänzende Aussagen getroffen.
In unserem heutigen Gespräch mit ihm nach seinem Vortrag auf dem ime mobile forum 2012, den er mit hoher fachlicher Kompetenz und ohne technische Hilfsmittel gehalten hat, sind wir noch etwas tiefer darauf eingegangen.

Einen Direktvergleich mit Apple’s iOS-Geräten verwirft er dabei als in aller Regel nicht sinnvoll und zielführend („Äpfel mit Birnen“), da Android andere Vorteile bietet als iOS, insbesondere wenn man in konkrete Anwendungsszenarios eintaucht.

Neben einem erzielbaren Kostenvorteil seitens Android liegen weitere Stärken in

  • Flexibilität bei der Hardware-Auswahl (robuste Geräte-Modelle, Formfaktoren),
  • systemseitige Eingriffsmöglichkeiten (Custom ROM, Rooting, GUI)
  • Enterprise-Unterstützung einzelner Hersteller (Motorola, Samsung)

Wir subsummieren aus seinem Artikel und im Gespräch wertvolle Empfehlungen, die Klaus Düll als Voraussetzungen für den Einsatz insbesondere von Android-basierten mobilen Geräten im Unternehmen und deren Management definiert, wie

  • Entwurf eines praxisorientierten, skalierbaren Konzepts auf Basis einer nachhaltigen Enterprise Mobility Strategie
  • Einsatz von MDM für alle mobilen Endgeräte
  • Verzicht auf Bring Your Own Device (BYOD), weil bei der Vielfalt denkbarer Android-Geräte nicht beherrschbar
  • Umfassende Information im Rahmen der Definition der Anforderungen sowohl bei Hardware (z.B. Robustheit) als auch Software
  • Compliance: insbesondere Bundesdatenschutzgesetz (BDSG nicht unterstützt von MDM-Lösungen nicht-europäischer Hersteller)
  • Praxis-Test vor Beschaffung sowohl bei den mobilen Geräten als auch bei der MDM-Lösung (versus Anforderungsprofil, im Hinblick auf Remote-Zugriff für Helpdesk / Support: auch Aufschalten, nicht nur Hotline) einschliesslich Ergonomie-Test mit eigenen Mitarbeitern
  • Nutzung von Customizing (Custom ROM, Rooting, Systemeinstellungen, für Unternehmen und Nutzer angepasste Systemoberfläche)
  • Fokussierung auf möglichst nur 1 Geräte-Hersteller und Wahl von Markenherstellern im Business-Segment wie Samsung und Motorola, in Zukunft vermutlich auch HTC (auf unsere Rückfrage bzgl. des neuen HTCpro Programms)

Als Beispiel für den Unternehmenseinsatz von Android-Geräten führt Klaus Düll die Deutsche Bahn an, die ihr ReisendenInformationsSystem (RIS) (nach einer Pilotphase ab 1999) seit 2003 für ihre Zugbegleiter ursprünglich ausschliesslich auf NOKIA Communicator Modellen zum Einsatz brachte und nach NOKIA’s Einstellung seiner Communicator-Plattform seit Mitte 2009 seine Plattform-Strategie überdacht und sich für Android entschieden hat. Seit Portierung von RIS auf Android ab September 2009 und Rollout der RIS-Communicator V auf Basis des HTC Desire (siehe Artikel-Bild) im Mai 2010 wurde auf Android migriert. Laut Aussagen der Deutschen Bahn wurden die Erwartungen übertroffen, auch war das Feedback der Nutzer überaus positiv.
Weitere Informationen zu (Entwicklung von) RIS, der Entscheidungsfindung und Migration auf Android sind in unten aufgeführten Quellen nachzulesen.

Auf der selben Veranstaltung, dem ime mobile forum 2012, stellte heute mit einer Europa-Premiere der taiwanesische Hersteller Unitech sein neuestes robustes 7″-Tablet und erstes Android-Modell mit dem Namen TB100 vor.

Unitech TB100 7″ Rugged Tablet Computer – technische Spezifikationen:

  • NVIDIA Tegra 2 Dual Core CPU mit 1.0 GHz
  • 1 GB DDR2 SDRAM, 512 MB Flash ROM, 16 GB eMMC Flash Speicher
  • Android 3.2 (API Level 13)
  • 7″ Projected Capacitive Multi-Touch Panel: 16:10 TFT LCD, WXGA 1280 x 800 Auflösung, 262k Farben, Gorilla Glass
  • Ingress Protection Rating: IP 65 Compliance (NEMA 12 + 13)
  • 2 eingebaute Kameras: 5 MPix AF Rear, 1.2 MPix Front
  • 802.11 b/g/n WLAN, Bluetooth 2.1 EDR, 3.75G Modem Modul (optional)
  • GPS, Dig. Kompass, Gyroscope, G-Sensor, Lichtsensor, eingeb. Vibrationsmotor
  • eingeb. Mikrofon + Lautsprecher, 3.5 mm Stereo-Kopfhöreranschluss
  • Erweiterungs-Anschlüsse: MicroSD Speicherkarten-Slot, Mini HDMI Port, Mini USB Port, DC-IN Jack
  • 27 Wh Li-Polymer Akku für 6 Std. Betriebsdauer
  • Abmessungen 218 x 136.6 x 21 mm, Gewicht 600 g
  • Mitgelieferte Software: 12Manage und 12Solutions

Mit dem TB100 schickt sich der Hersteller an, vom Trend zu Android im Unternehmen mit einem innovativen Tablet-Modell zu profitieren und Unternehmen eine Android-basierte Alternative zu bisher in diesem Segment vorherrschenden Windows CE Geräten zu bieten, die softwareseitig mehr Zukunftsperspektiven bietet.
Der handliche Formfaktor von 7″ ermöglicht eine flexible Nutzung am Mann (schnelles Verstauen und Mitnahme in Jacken- und Blaumann-Taschen, Anbringung am Unterarm mit Klett-Armbinden, etc) ohne Einschränkung der Bewegungsfreiheit.
Solche Geräte eignen sich besonders für mobile Service-Techniker, Instandhaltung und Logistik, gleichzeitig aber auch als Navigationsgerät im LKW oder Transporter mit Unterstützung von Einsatzsteuerung bzw. Flottenmanagement. Der Schutzstandard IP65 bürgt für Schutz gegen Staub und Spritzwasser (Untertauchen bis 1 m Tiefe) sowie andere Flüssigkeiten (z.B. Öle).

Ein Flyer mit Produktinformationen (in Englisch) steht zum Download bereit unter:
http://www.ute.com/pdf_download.php?id=2646


Quelle/n + weiterführende Informationen:
http://pretioso-blog.com/android-im-unternehmenseinsatz-und-mobile-device-management-mdm-was-ist-zu-beachten/
http://www.ime.de/networking-und-gedankenaustausch.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Fahrgastinformationssystem
http://mobile360.de/deutsche-bahn-nutzt-android-32457.html
http://www.mobile-zeitgeist.com/wp-content/downloads/mzSpecial_04-2009.pdf (PDF, S. 13-17)
http://tw.ute.com/products_info.php?pc1=124&pc2=268&rbu=0&pid=928
http://www.ute.com/pdf_download.php?id=2646 (PDF-Download)
Fotos: Deutsche Bahn AG / mobile360.de (S&S Media Group), Unitech

Infographik „Enterprise Mobility“

MobileMetrics berichtet über eine sehr interessante Infographik von [x]cube Labs mit dem Titel „Enterprise Mobility“.

Die zugrunde liegende Befragung von CIOs und anderer IT-Verantwortlicher ergab u.a.:

  • Wird Enterprise Mobility innerhalb des nächsten Jahres ein bedeutender Bestandteil der IT-Strategie sein?
    55% stimmen sehr zu, 39% stimmen zu
  • Warum wird Mobile in Unternehmen eingeführt/ausgebaut?
    73% Steigerung der Effizienz,
    70% Steigerung der Mitarbeiter-Produktivität,
    69% Verbesserung der Kundenbeziehungen
  • Wieviele Unternehmen setzen eine Mobile Enterprise Application Platform (MEAP) zur Entwicklung von Unternehmensspezifischen Apps ein?
    40% der Fortune 1000-Unternehmen bis Ende 2014
  • Einen unternehmensinternen App Store nutzen bereits 11%, bei weiteren 19% ist ein solcher in Arbeit
  • Die Liste zu entwickelnder Apps wird angeführt von Customer Self Service-Apps
  • Bei der App-Entwicklung liegt HTML5 mit 82% vorn (Plattformunabhängigkeit)

MobileMetrics ergänzt das Thema mit Links zu eigenen, weiterführenden Artikeln (s.u.).

Quelle/n + weiterführende Links:
http://www.xcubelabs.com/enterprise-mobility-infographic.php
http://mobilemetrics.de/2012/06/07/infografik-enterprise-mobility-2/
http://mobilemetrics.de/2012/02/26/infografik-enterprise-mobility/ (MEAP)
http://mobilemetrics.de/2012/03/29/infografik-the-mobile-appvantage/ (Mobile Appvantage)
http://mobilemetrics.de/2012/03/29/infografik-customer-support-via-smartphone/ (Customer Support Apps)
http://mobilemetrics.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/06/x_cube_labs-Enterprise_Mobility.png (Infographik Download)
Graphik [x]cube Labs

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